“Ein einfacher Plan”

Das Konzept der filmArche

Andreas Dresen und Maren Ade waren hier. Harun Farocki, Wolfgang Kohlhase oder Dani Levy gaben Werkstattgespräche an der filmArche und kommen wieder. Nicht weil sie ein hohes Honorar erwartet, sondern weil das Konzept der Schule sie überzeugt.

Die filmArche bietet als gemeinnütziger Verein eine Alternative zu raren Vollzeitplätzen an den staatlichen Filmhochschulen und kommerziellen Weiterbildungsangeboten.

Denn um zu lernen wie gute Filme entstehen, ist das Wichtigste ein Umfeld, in dem die dazu nötigen Fähigkeiten aufgebaut und praktisch ausprobiert werden können.

Die filmArche ist dieses Umfeld.

Sie bietet nicht nur eine fundierte Ausbildung in den Grundlagen der Filmerstellung, sondern auch Raum für engagierte Filmschaffende, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gemeinsam auszubauen, zu vertiefen und vor allem umzusetzen. Die filmArche wendet sich daher bewusst vom Frontalunterricht ab, um zu einem gemeinsamen, selbstbestimmten und autodidaktischen Lernen zu kommen.

Selbstbestimmt lernen ist aktive Wissensaneignung, die die eigene Neugier und Kreativität zum Motor des Lernens macht. Auch Filme machen funktioniert so. Die eigene Kreativität in eine Geschichte, ein Projekt und schließlich einen fertigen Film zu verwandeln, erfordert Eigeninitiative, Durchhaltevermögen, Überzeugungskraft, und sie erfordert vor allem gutes Teamwork. Denn Filme haben viele Mütter und Väter, die alle ihren Teil beitragen und den Film zu dem machen, was er ist.

Und das lohnt sich.

Ein starkes Engagement der Lernenden ist also unabdingbar, um bestmöglich von der Ausbildung profitieren zu können. Sie selbst eignen sich Wissen an, bereiten es auf und geben es an den eigenen Kurs weiter. Gemeinsam erarbeiten sie Lehrinhalte, besprechen die Organisation der Übungsfilme und strukturieren den Unterricht. Als Orientierung dient ein erprobter Lehrplan, der nach eigenen Interessen frei gestaltet werden kann. So bietet auch der Fachunterricht den Freiraum, einen eigenen Stil zu entwickeln und zu experimentieren.

Die Neuen bekommen im ersten halben Jahr von höheren Jahrgängen die Grundlagen des Filmemachens vermittelt und verwirklichen ihren ersten Film. Mentor/innen begleiten die Klassen, helfen beim Unterrichten, der Organisation und dem Übergang in die Selbständigkeit. So gibt es ein eigenes Einführungsseminar zu Techniken der Selbstorganisation.

Die filmArche hat sich eine basisdemokratische Struktur gegeben. Dazu gehören Vollversammlungen, Treffen von Lehrgangsdelegierten, die Komitees zur Organisation der Schule und die gewählte Studienleitung. Sich in diese Selbstverwaltung einzubringen und Aufgaben zu übernehmen gehört zu den Pflichten, die eine selbstorganisierte Schule mit sich bringt. Nur so kann die filmArche ihre Autonomie wahren und die Möglichkeiten für Film und Lehre weiter ausbauen.