Miete essen Seele auf – Ein Abend mit Angelika Levi

Miete essen Seele auf – Ein Abend mit Angelika Levi

Am 5. Oktober kommt Angelika Levi mit ihrem Dokumentarfilm „Miete essen
Seele auf“ in die filmArche.
Ein Film zu einem brandaktuellen Thema, Gentrifizierung, der in nächster
Zeit auch in arte seine Fernsehpremiere haben wird.
Zu diesem kontroversen Thema gibt es zwei Versionen des Films, eine
Fernsehversion und eine Kinoversion.
Angelika Levi ist wie die Protagonist*innen in ihrem Film selbst
Anwohnerin des „Kotti“ in Berlin-Kreuzberg.

Sie wurde 1961 in Bonn-Bad Godesberg geboren und studierte an der dffb
im wilden Westberlin der 80er-Jahre.
Levi realisierte essayistische Dokumentarfilme wie „Absent Present“
(2010), eine Spurensuche nach Benji, einem jungen Mann, der als Kind
1979 aus Namibia in die DDR gebracht worden war und „Mein Leben Teil 2“,
ein autobiographischer Familienfilm, über Traumata ihrer Mutter, der Botanikerin Ursula Becker, die als Tochter einer jüdischen Mutter in der Zeit der NS-Diktatur in Hamburg überlebte und in der Nachkriegs-Bundesrepublik als Ehefrau eines evangelischen Pfarrers fortbestehende Ressentiments erlebte.
Mit acht indonesischen Frauen und Laura Coppens realisierte Angelika Levi als das Filmkollektiv „Children of Srikandi Collective“ den gleichnamigen Film über eine indische
Mahabharata, die ihre Geschlechtsidentität ändert, um als Frau
gleichberechtigt unter Männern zu leben und zu kämpfen.

In „Miete essen Seele auf" dokumentierte sie 2 Jahre nachbarschaftliche Organisierung und Protest am südlichen Kottbusser Tor. Der Film portraitiert bewegend die Akteur*innen des Protestes. Er verknüpft die

Wohnungsfrage mit der Geschichte der Migration, betont die Verbindung
von Rassismus und urbaner Verdrängung und zeigt wie der gemeinsame Kampf
für ihr Recht auf das Wohnen in ihrem Kiez Nachbar*innen
unterschiedlicher Einstellung zu Freund*innen macht.

Im Film spielt auch der „Cottbusser Chor“ mit, ein „radikal
postideologischer Chor“, arrangiert und musikalisch komponiert von
Nicholas Bussmann. Ein Musikprojekt das Hierarchien überwindet und somit
das Thema des Films wiederspiegelt: das Verhältnis von Kollektiv und
Individuum.

An diesem Abend wollen wir mit Angelika Levi auch darüber sprechen, wie man es schafft einen Film zu einem kritischen Thema ins Fernsehen zu bringen und wo und warum es Unterschiede zwischen der Fernseh- und der

Kinoversion gibt.

Nähere Informationen zum Film:
Miete essen Seele auf

Mittwoch, 5. Oktober 2016
19 Uhr
filmArche, Lahnstraße 25
Eintritt frei, u. S. w. g.