Jürgen Böttcher zu Gast

Am Mittwoch, den 5.6.2013 wird Jürgen Böttcher in der filmarche zu Gast sein. Er ist einer der bekanntesten und wegweisenden Dokumentarfilmer der DEFA, in der er nach dem Regie-Studium in Babelsberg seit 1961 gearbeitet hat.

In den folgenden 30 Jahren entstanden ähnlich dem Neorealismus und cinéma vérité zahlreiche Portraits und Beobachtungen von Menschen in ihren Alltags- und Arbeitsleben. Mit genauem Blick und geduldigem Zuhören vermittelt er, zusammen mit Claus Lehmann, Werner Kohlert oder Thomas Plenert an der Kamera, in ihren Erzählungen, Unterhaltungen und Gesten ihre Arbeits- und Lebensrealitäten und die gesellschaftlichen Widersprüche (nicht nur) der DDR. Es geht insbesondere um die Menschen und ihre Schwierigkeiten, die in den offiziellen Bildern nicht erscheinen, und darum, unaufdringlich und aufmerksam von ihren persönlichen Leben und den gesellschaftlichen Konflikten zu erzählen.

Gegenüber dem Spielfilm (wie Jürgen Böttcher es dort 1965 bei seinem einzigen selber erlebte) konnte sich der Dokumentarfilm eine gewisse Eigenständigkeit bewahren und getrennt von Fernsehen entwickeln. Viele der Filme wurden auf 35mm in Schwarzweiss gedreht und waren Kurzfilme, die als Vorfilme im Kino liefen und dadurch eine andere Dokumentarfilm-Kultur entwickelten als in Westdeutschland.

Wikipedia – Jürgen Böttcher