Neuer Studiengang Dokumentarfilm in Berlin

Als erste Bildungseinrichtung in Berlin bietet die filmArche ab Oktober 2012 eine dreijährige Ausbildung für Dokumentarfilm mit dem Schwerpunkt Regie an.

Berlin (filmArche) “Seit Jahren beobachten wir eine verstärkte Nachfrage im Dokumentarfilmbereich. In Berlin wird das bislang nicht angeboten. An
unserer Schule werden die Studierenden die Freiheit haben neue und innovative Ansätze auszuprobieren”, meint Geschäftsführerin Inga Weyel.
Der Schwerpunkt dieses Kurses liegt auf dem Dokumentarfilm als Autorenfilm. Umfangreiches theoretisches Wissen dient als Hintergrund,
vor dem kritisches Hinterfragen gefördert werden soll. Dies wird durch technische Grundkenntnisse auf breiter Basis ergänzt. Der berufspraktische Bezug wird dabei nicht ausgespart. Die Filmschule gewährt ausserdem eine fundierte dreijährige Ausbildung in den fünf
Studiengängen Drehbuch, Regie, Kamera, Montage und Produktion. Ende Februar wird das Bewerbungsverfahren für das Wintersemester 2012 online gehen. Für die sich Bewerbenden gilt keine Altersbegrenzung nach oben. Die filmArche ist mit über 250 Mitgliedern
die größte und älteste selbstorganisierte Filmschule der Welt. Auf Grundlage eines gemeinnützigen Vereins wurden die ersten Lehrgänge 2003 in Berlin Kreuzberg gegründet. Die filmArche bietet mit ihren sozialen Mitgliedsbeiträgen eine günstige Alternative zum Vollzeitstudium an der Hochschule oder meist teuren Weiterbildungen.
“Ich war überrascht, dass sich da mitten in Berlin – selbst initiiert, selbst gegründet und organisiert, eine eigene Filmschule entwickelt hat,” stellte auch der Regisseur Daniel Levy fest.
Die filmArche lebt vom eigenverantwortlichen Arbeiten und dem persönlichen Engagement der Lernenden, die sich gemeinsam Wissen
aneignen und erfahrene Dozenten aus Theorie und Praxis des Films zu ihren Interessengebieten einladen. Dieses Konzept lässt Raum für die
Herausbildung eines eigenen Stils und unkonventionelle Experimente. An der filmArche entstehen jedes Jahr bis zu 50 Filme. Alle Studierenden beteiligen sich während ihrer Ausbildung an mindestens drei gemeinsam erarbeiteten Projekten. So bietet die filmArche eine praxisnahe Aus- und Weiterbildung.
“Die hier studieren haben es selbst in die Hände genommen, erstreiten sich ihre Ausbildung von Tag zu Tag neu. Und wissen es zu schätzen”, bestätigte der Regisseur Andreas Dresen.
Mit Beginn des ersten Lehrjahres wird jeder Studierende automatisch Mitglied des Vereins. Alle nehmen produktiven Anteil am kulturellen und sozialen Leben und übernehmen Verantwortung in der Organisation.
Gleichzeitig funktioniert die filmArche auch als Netzwerk nach außen, das vielfältige Kontakte zur Filmbranche, kulturellen Einrichtungen und im internationalen Bereich pflegt. Filmschaffende finden in der filmArche zudem einen Ort, an dem sie sich über ihre Arbeit austauschen, den eigenen Horizont erweitern und mit filmischen Interpretationen gesellschaftlicher Entwicklungen eine breitere Öffentlichkeit erreichen.
Filme von der filmArche gewinnen zunehmend Beachtung, werden nominiert und gewinnen Preise auf internationalen und nationalen Filmfestivals, u.a. dem wichtigsten Festival für den jungen deutschen Film in Saarbrücken Max Ophüls Preis. Auch für externe Filminteressierte bietet die filmArche fundiertes Wissen zu einem sozialen Preis: An den Wochenenden finden Workshops mit ausgewiesenen Experten und Dozenten statt. Am Mittwoch Abend sind alle zu öffentlichen Vorträgen und Filmgesprächen eingeladen. So kommentierte der Dokumentarfilmer Andres Veiel: “Mehr als 100 Gäste, spannende Fragen, offene Neugierde, ein intensives Geben und Nehmen! Danke für diesen Abend und: Ich bin gespannt auf Eure Filme: nicht gegen die Wand, durch die Wand!”

Bewerbungsunterlagen & Bewerbungsbeginn: Ende Februar 2012
Einsendeschluss: 14. Mai 2012