Angelika Levi: Essayistische Formen im persönlichen Dokumentarfilm

Am Mittwoch, den 25. Januar 2012, um 20 Uhr spricht Angelika Levi im Foyer der filmArche über essayistische Formen im persönlichen Dokumentarfilm.

Angelika Levi

Angelika Levi wurde 1961 in Bonn/Bad Godesberg geboren. Von 1986 bis 1992 studierte sie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Im Westberlin der 80er Jahre, das von Hausbesetzungen, dem Kampf um schwul-/lesbische Lebensformen, vom Punk, Feminismus, New Wave und Drogen geprägt war, begann Levi als Filmemacherin aktiv zu werden. Das ästhetische Experiment jener Zeit, Filme ohne abgeschlossene Narration, zeigt sich auch in den Werken von Levi.
Ihre Filme wechseln zwischen der eigenen Identität und ihrer unmittelbaren Erfahrungswelt, um in einem breiten Fluss von Imaginationen zu münden. Die Bilder erlauben dem Betrachter, den Assoziationsketten frei zu folgen, um darin eine Art Methodik der Gesellschaftsanalyse zu erkennen.

MEIN LEBEN TEIL 2 (2003) ist Levis erster abendfüllender Film. Mithilfe von Fotos, Ton- und Filmaufnahmen erzählt Levi die Geschichten ihrer Familie. Das, was erzählt, und das, was in ihrer Familie nicht erzählt wird. „Der Film handelt von Traumatisierung und gleichzeitig davon, wie auf Makro- und Mikroebenen permanent Geschichte produziert, archiviert, in einen Diskurs gebracht und eingeordnet wird – und davon, wie ich selbst immer weiter sammelte, damit alles zusammen eine Erzählung ergibt.“, sagt Levi.

Ihr aktueller Film ABSENT PRESENT (2011) erzählt die Geschichte eines Kindes aus Namibia, das 1979 in die DDR gebracht wurde und nach der Wiedervereinigung zurück nach Namibia ausgewiesen wurde.